Markenschutz und Brand Bidding bei Google Adwords

Das Thema Markenschutz und Brand Bidding bei Adwords hat 2 Aspekte:

Aspekt Nr. 1: Adwords-Werbetreibende bieten in der Adwords Suche auf fremde Markennamen und / oder verwenden in ihren Adwords Anzeigen fremde Markennamen.

Aspekt Nr. 2: Ein Unternehmen bietet in der Adwords Suche auf den eigenen Markennamen.

Brand Bidding Aspekt Nr. 1:  Adwords-Werbetreibende bieten in der Adwords Suche auf fremde Markennamen und / oder verwenden in ihren Adwords Anzeigen fremde Markennamen

Nach einem Entscheid des Europäischen Gerichtshofes hat Google die deutsche Markenrichtlinie für AdWords angepasst. Seit September 2010 ist es bei Adwords erlaubt, auf fremde Markenbegriffe zu bieten. Das heißt: Nicht nur Markeninhaber, sondern auch Konkurrenten können seitdem mit Google AdWords auf fremde Marken eigene Adwords-Anzeigen buchen.

Die Folgen können für Markeninhaber drastisch sein:

  • Wenn ein Markeninhaber Adwords Anzeigen auf seine Marke schaltet, zahlt er 2 bis 4 Cent pro Klick – sofern seine Anzeige die einzige Anzeige zu diesem Markenbegriff ist.
  • Wenn jedoch auch Wettbewerber auf diesen Markenbegriff bieten, kann der Klickpreis für eine Anzeigen-Positionierung auf Platz 1 oder 2 schnell bei 1 Euro oder noch mehr liegen.
  • Bedenken Sie: Der Unterschied zwischen 2 Cent pro Klick und 1 Euro pro Klick sind 5.000 Prozent Mehrausgaben für Klicks!
  • Sie sehen: Es lohnt sich, gegen solche Markenverletzungen vorzugehen. Denn Inhaber von Marken, die die Probleme mit auf Ihren Markennamen gebuchten AdWords-Anzeigen entdecken, können bei Google Beschwerde einreichen. Das AdWords-Team prüft dann die Einzelfälle und sperrt in begründeten Fällen die betreffenden Anzeigen. Hier können Sie die Markenbeschwerde bei Google einreichen: Adwords Markenbeschwerde.

Wenn ein Wettbewerber nicht nur mittels Adwords auf Ihren Markennamen bietet, sondern sogar Ihren Markennamen in seinen Anzeigen verwendet, dann können Sie rechtliche Schritte gegen Ihren Konkurrenten einleiten. Denn die Verwendung einer fremden Marke im Text einer Anzeige begründet eine Verwechslungsgefahr. Und bei Verwechslungsgefahr hat der Markeninhaber einen Unterlassungsanspruch gegen die Benutzung seiner Marke. D.h. Sie können in diesem Fall Ihren Wettbewerber abmahnen und ihn anwaltlich auffordern, eine schriftliche, strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben.

Einzige Ausnahme: Der Werbende ist zur Nutzung Ihrer Marke berechtigt, z.B. weil er eine Lizenz zur Nutzung Ihrer Marke hat.

Der wichtigste Tipp für den Schutz Ihrer Marke(n) lautet:

Kontrollieren und beobachten Sie Ihre Adwords-Anzeigen und Ihre Marken-Keywords regelmäßig. So können Sie rasch reagieren und vermeiden, dass Ihre Marke an Sichtbarkeit oder Ihr Geschäft an Online-Umsatz verliert. Und Sie verhindern dadurch gleichzeitig, dass Ihre Klickkosten durch Biet-Konkurrenz unnötig in die Höhe steigen.

Bedenken Sie: Auch wenn seit 2010 bei Google Adwords das Bieten auf fremde Markenbegriffe erlaubt ist, heißt das noch lange nicht, dass jede Form der Werbung mit fremden Marken auch automatisch zulässig ist. Unternehmen sollten daher die Werbeaktivitäten für die eigenen Marken unbedingt beobachten, um dann bei Verstößen entsprechend reagieren zu können. Laut „xamine“ entsteht durch Brand Bidding ein jährlicher Schaden von 13 Millionen Euro.

Brand Bidding Aspekt Nr. 2:  Ein Unternehmen bietet in der Adwords Suche auf den eigenen Markennamen.

Brand Bidding auf den eigenen Markennamen mittels Adwords ist ein viel diskutieres Marketing-Thema: Viele Unternehmen fragen sich, ob es sinnvoll ist, Adwords-Anzeigen für die eigene Marke zu schalten, wenn das eigene Unternehmen sowieso schon auf Seite 1 der Suchergebnisse steht, wenn jemand nach dieser Marke sucht.

Hierzu hat es in den letzten Jahren einige bemerkenswerte Studien Studien gegeben:

  1. Impact Of Ranking Of Organic Search Results On The Incrementality Of Search Ads, 2012
  2. Incremental Clicks Impact Of Search Advertising, 2011
  3. Markenbildung mit AdWords – Studie zur Wirkung von Google AdWords auf Markenaufbau und Markenpflege, 2008
  4. Suchanlass Werbung – Analyse des Einflusses von Werbung auf Suchanfragen bei Google, 2008
  5. Paid vs. Organic – Wechselwirkungen von organischen und bezahlten Suchergebnissen, 2008

Natürlich liegt es in Googles Eigeninteresse, dass Werbetreibende Brand Bidding betreiben, doch die Studien sind meines Erachtens valide. Kurz zusammengefasst, geht aus den genannten Studien folgendes hervor:

  • Wenn bei Markennamen zusätzlich zur Präsenz in den organischen Suchergebnissen auch Adwords-Anzeigen geschaltet werden, führt das zu einer deutlichen Steigerung der Markenbekanntheit
  • Schon die reine Einblendung einer Adwords-Anzeige, die ja keine Kosten verursacht, reicht aus, um positiv auf die Markenbekanntheit zu wirken.
  • Wenn ein Unternehmen sowohl in den organischen wie auch in den bezahlten Suchergebnissen bei seinem Markennamen sichtbar ist, verbessert sich das Image des Unternehmens.
  • Je präsenter ein Unternehmen in der organischen und in der bezahlten Suche ist, desto schlechter bewerten potenzielle Kunden die Konkurrenz.
  • Eine Top-Platzierung in den organischen Suchergebnissen führt zu einer Verbesserung der Markenbekanntheit um 4 %.
  • Eine Top-Platzierung in den Google-Anzeigen beim eigenen Markennamen führt zu einer Verbesserung der Markenbekanntheit um 5%.
  • Wenn ein Unternehmen sowohl in der organischen Suche wie auch bei den Adwords Anzeigen Top-Platzierungen erzielt, steigt die Markenbekanntheit um 6%.
  • Durch Brand Bidding neben den organischen Suchergebnissen steigt die Kaufbereitschaft der Nutzer, insbesondere durch Adwords-Anzeigen auf den Top-Positionen.
  • Die Kaufbereitschaft potenzieller Kunden steigt vor allem dann, wenn eine Top-Platzierung sowohl im organischen wie auch im bezahlten Bereich erzielt wird
  • Je dominanter eine Marke auf der Suchergebnisseite und im Anzeigenbereich auftritt, desto geringer ist die Kaufbereitschaft für Produkte der Konkurrenz.
  • Durch die SEM-Strategie „Brand Bidding“ steigt auch die grundsätzliche Bereitschaft, eine Marke weiterzuempfehlen.

Haben Sie Fragen zum Thema Brand Bidding?
–> Bitte nutzen Sie das Anfrageformular:

Veröffentlicht unter Brand Bidding
Schlagworte: , , ,

AdwordsBrief gratis

AdwordsBrief gratis anfordernHier können Sie den EngelWerbung AdwordsBrief gratis anfordern

 

Lese-Empfehlungen

Adwords Gutschein kostenlos von Google

Google bietet auf der Seite „Adwords-Starthilfe“ einen 75-Euro-Gutschein für alle an, die ein neues Adwords-Konto eröffnen wollen. Bedingung für den Erhalt des 75 Euro-Gutscheins ist, dass man innerhalb eines Monats mindestens 25 Euro eigenes Geld einsetzt. Der 75-Euro-Gutschein wird mit den entstehenden Klickkosten im Adwords-Konto verrechnet.

Virales Marketing – Werbung mit Viruseffekt

„Virales Marketing“ ist seit Jahren in aller Munde. Wenn Marketing-Agenturen davon reden, meinen sie meist kleine mehr oder weniger witzige Werbeclips, die auf Youtube eingestellt werden, und sich dann durch Mundpropaganda wie ein Lauffeuer durchs Internet verbreiten sollen. Doch die frohe Botschaft hat leider einen Haken.